Sunn O))) auf spiegel.de

Eben schickte mir Micha einen Link der mich doch gruebeln lies:

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,626909,00.html

Sunn O))) wurde auf Spiegel Online vorgestellt, eine Musik mit der ich seit langer Zeit bislang fast allein da stand. Niemand konnte sich fuer Drone (Doom) Metal begeistern, allen war es zu schwer, zu langsam. Niemand hat die Idee, das mystische, das einfach gigantisch Atmosphaerische gespuehrt… und nun auf Spiegel Online ein review… hmm.

Sunn O))) – “Monoliths & Dimensions”
(Southern Lord/Soulfood, bereits erschienen)

Wenn früher jemand wissen wollte, wie diese bemerkenswerterweise eher unamerikanische Musik klingt, reichte es der Einfachheit halber schon aus, zu sagen: “Sie dröhnt”. Heute, mit “Big Church [megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért]” im Ohr, darf man ergänzen, dass Sunn O))) darüberhinaus so klingen wie das verstörende letzte Drittel des spanischen Horrorfilms “[Rec]” oder wie die Lieblingsband von Asami Yamazaki, der schönen Psychopathin aus Takashi Miikes Alpdruck “Audition”. Eines aber wird sich niemals ändern: Um ins Herz der Finsternis zu dringen, muss auch “Monoliths & Dimensions” wieder so LAUT wie möglich gehört werden.

Stephen O’ Malley und Greg Anderson beschreiben ihre vier neuen, scheinbar endlos langen Tracks als sehr positiv und befreiend, doch wer die donnernde, vibrierende und monolithenkalte LP “Black One” noch nicht durchgestanden hat, wird “Monoliths & Dimensions” schwerlich als Easy Listening wahrnehmen können. Mayhem-Sänger Attila Csihar, der sich seit über zwei Jahrzehnten mit Avantgarde, Oper und Neuer Musik beschäftigt, beschwört im phantastischen “Aghartha” den Mythos vom Kontinent im Inneren der Erde: Nach etwa elf Minuten kracht es so gefährlich im Gehölz, als würde der Dachstuhl einer Mastenkirche quälend langsam einstürzen. “Alice”, inspiriert von Alice Coltrane, ist eines der hellsten und kristallklarsten Stücke, die Sunn O))) je gemacht haben, und irgendwann auf dieser Platte erklingen sogar kurz die Grusel-Glocken aus Arvo Pärts “Cantus In Memory Of Benjamin Britten”. Der Komponist und Visionär Eyvind Kang (John Zorn, Bill Frisell, Marc Ribot) hat diese Platte arrangiert, Stewart Dempster (u.a. John Cage) und Julian Priester, der bereits bei Sun Ra, Herbie Hancock und John Coltrane Orchesterarbeit leistete, verlinken dieses formidable Album auf alle Zeiten mit der sogenannten Hochkultur. Was wenig daran ändern wird, dass Sunn O))) für die üblichen Ignoranten nichts als eines machen: Krach. (9) Jan Wigger

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